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Zahlen und Fakten

Wie viele Asylbewerber und Asylbewerberinnen muss die Stadt Trier aufnehmen?

Asylsuchende, die nach Deutschland einreisen, werden nach dem sogenannten "Königsteiner Schlüssel" auf die Bundesländer und Kommunen verteilt. Beispiel: Bei 220.000 Asylbegehrenden, die nach Deutschland kommen, bedeutet dies für Rheinland-Pfalz die Aufnahme von 10.560 Personen (4,8 Prozent) und davon wiederum für Trier die Aufnahme von 299 Personen (2,8354 Prozent).

Aufgrund der seit Mai 1992 in Trier angesiedelten Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) des Landes Rheinland-Pfalz erfolgten bis zum Sommer 2015 nur vereinzelt Zuweisungen von Asylbegehrenden. Seit August 2015 hat die Stadt Trier über 1500 Zuweisungen zu verzeichnen. Die größte Gruppe an zugewiesenen Personen kommt aus Syrien.

Wie viele geflüchtete Menschen leben in Trier?

Derzeit leben 2.853 Menschen mit Fluchthintergrund in der Stadt Trier. Davon haben 2.238 Personen einen Aufenthaltstitel (Asylberechtigt, Flüchtlingseigenschaft, subsidiärer Schutz oder Abschiebeverbot). 159 Personen sind im laufenden Asylverfahren. 133 Personen haben eine Duldung. 323 Personen sind im Rahmen des Familiennachzuges nach Trier gekommen.

Die Bewohner und Bewohnerinnen der Erstaufnahmeeinrichtung in Trier sind in diesen Zahlen nicht enthalten. Hier liegt die Zuständigkeit beim Land Rheinland-Pfalz.

Wo werden die Asylsuchenden untergebracht, wenn sie in Rheinland-Pfalz ankommen?

Wenn Asylsuchende in Rheinland-Pfalz ankommen, werden sie zunächst in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes in Trier und Speyer untergebracht. Hier erfolgt die Registrierung, eine medizinische Erstuntersuchung sowie die Asylantragstellung und -bearbeitung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Neben diesen beiden Standorten gibt es noch zwei Aufnahmeeinrichtungen für Asylbegehrende in Kusel und Hermeskeil, in denen die Schutzsuchenden nach der Registrierung untergebracht werden. Asylsuchende sind seit dem 21. August 2019 verpflichtet, während des laufenden Asylverfahrens oder im Falle einer Ablehnung bis zu 18 Monaten in den Aufnahmeeinrichtungen zu wohnen. Für Familien mit minderjährigen Kindern beträgt die Dauer des Aufenthaltes maximal sechs Monate (Asylgesetz §47 Aufenthalt in Aufnahmeeinrichtungen). Die vier Einrichtungen sind in Trägerschaft der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) des Landes. Ab dem Zeitpunkt der Zuweisung sind die Kommunen für die Unterbringung zuständig. Die Stadt Trier bringt die ihr zugewiesenen Asylbewerber dezentral in Wohnungen im gesamten Stadtgebiet sowie in einer Gemeinschaftsunterkunft unter.

Wie erfolgt der Transfer der Asylbewerber und Asylbewerberinnen von den Erstaufnahmeeinrichtungen in die Stadt Trier?

Die Stadt erhält etwa zwei Wochen vor Ankunft der Asylbewerber eine Liste der Personen, die die ADD der Stadt zuteilt (Verteilungsverfügung). Am Tag des Transfers werden die Menschen aus den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes zum Amt für Soziales und Wohnen befördert. Von dort werden sie in Begleitung von Sozialarbeitern und Sozialarbeiterinnen in ihre Unterkunft gebracht. Am Ankunftstag erfolgen die nötigen Behördengänge sowie Unterstützung bei der Antragsstellung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und der Kontoeröffnung.

Wer entscheidet über Asylanträge?

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) entscheidet über alle Asylanträge. Seit 2016 gibt es in Deutschland sogenannte Ankunftszentren. Diese wurden geschaffen, um die bis dahin verteilten Schritte im Asylverfahren zu bündeln. In Trier befindet sich das Ankunftszentrum auf dem Petrisberg.

Näheres zum Aufbau und den einzelnen Prozessabschnitten des Asylverfahrens entnehmen Sie dem Informationsfilm sowie den vom BAMF erstellten Übersichten.

 

Stand: September 2019