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Sprache und Bildung

Gilt für asylbegehrende Kinder ebenfalls die Schulpflicht?

Ja, alle Kinder haben das Recht und die Pflicht, eine Schule zu besuchen. Für Kinder gilt die Schulpflicht unmittelbar nach der Meldung in Trier bzw. wenn sie der Kommune zugewiesen worden sind. Da die Kinder bei Ankunft in Trier meistens kein Deutsch sprechen, besuchen sie neben dem regulären Schulunterricht Deutsch als Zweitsprache Klassen.
Kinder und Jugendliche, die sich in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes befinden, werden dort beschult.

An welchen Schulen in der Stadt Trier gibt es Deutsch als Zweitsprache Klassen?

Grundsätzliche unterstützen alle Schulen die Kinder und Jugendlichen auch beim Spracherwerb. Einige Schulen bieten zusätzlich zum regulären Schulunterricht „Deutsch als Zweitsprache“ an. Weitere Informationen zu den Schulen gibt es im Schulwegweiser der Stadt Trier. Allgemeine Informationen zur Sprachförderung Deutsch als Zweitsprache bietet der Bildungsserver Rheinland-Pfalz.

Wann darf ein erwachsener, nicht mehr schulpflichtiger Flüchtling bzw. Asylbegehrender in einen Sprachkurs?

Sprache ist grundlegend für eine erfolgreiche Integration. Daher bietet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Integrationskurse an, die sich aus Sprachförderung und Orientierungskurs zusammensetzen. Die Kurse werden vor Ort von verschiedenen Kursträgern durchgeführt.

Teilnehmen können nach dem Aufenthaltsgesetz Ausländer, die dauerhaft in Deutschland leben und einen Aufenthaltstitel besitzen. Asylbewerber mit einer Aufenthaltsgestattung aus Syrien und Eritrea haben ebenfalls die Möglichkeit an einem Integrationskurs teilzunehmen. Des Weiteren können Asylbewerber, die vor dem 1. August 2019 eingereist sind und mindestens 3 Monate gestattet sind, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen, einen Berechtigungsschein erhalten.  Nähere Informationen zum Zugang, zur Anmeldung und den Kosten des Kurses entnehmen Sie bitte dem Merkblatt des BAMF.

Über die Suchmaschine des BAMF finden Sie in Trier zugelassene Integrationskursanbieter. Neben Integrationskursen gibt es auch berufsbezogene Deutschsprachförderung (gem. §45a AufenthG/DeuFöV). Informationen zu weiteren Kursen findet man im KURSNET.

Welche Kurse können Geflüchtete besuchen, die keinen Zugang zu einem der oben genannten Integrationskurse haben?

Es gibt in Trier verschiedene Sprachkursträger, die auch Sprachangebote für Geflüchtete anbieten, die nicht die Integrationskurse besuchen können.

Der Bürgerservice bietet Erstorientierungskurse an. Der Beirat für Migration und Integration der Stadt Trier bietet Frauensprachkurse an, die für alle Frauen offen sind.
Zusätzlich zu den oben genannten Sprachkursträgern bieten viele Organisationen und Vereine auf ehrenamtlicher Basis sowie durch Spenden finanzierte Kurse an, so zum Beispiel das Multikulturelle Zentrum, die AG Frieden Trier und viele mehr. In der Rubrik Angebote für Flüchtlinge finden Sie Sprachkursträger und offene Lernangebote in der Stadt Trier.

Gibt es für Trier eine Übersicht zu möglichen Bildungswegen und Bildungseinrichtungen?

Ja, die Trierer LUPE informiert über das Bildungssystem in Rheinland-Pfalz und Trier spezifisch. Mit der Trierer Lupe werden erstmals alle Wege der lokalen Bildungslandschaft zentral und übersichtlich abgebildet, damit Umwege im Bildungsverlauf nicht zu Brüchen führen.
Die Trierer Lupe stellt die Bildungswege in Trier wie einen Linienfahrplan dar. Die Trierer Lupe bietet Bildungsinformationen in allen Phasen des Lebens: Egal, ob Sie auf der Suche nach Spiel- und Kontaktgruppen für Ihr Baby/Kleinkind sind, Sie wissen wollen, welche weiterführenden Schulangebote es für Ihr Kind vor Ort gibt oder Sie nach passenden beruflichen Weiterbildungsangeboten suchen. Die Trierer Lupe schafft einen Überblick über das Bildungsangebot vor Ort und gibt Antworten auf Ihre Fragen.

Von August 2016 bis Ende Januar 2020 arbeitete das Kommunale Bildungsmanagement der Stadt Trier an dem Auftrag, die Bildungsangebote für Neuzugewanderte in der Stadt Trier im Auf- und Ausbau zu begleiten. So wurden hier Akteure vernetzt und bedarfsgerechte Bildungsangebote (weiter-)entwickelt. Die Stelle der "Bildungskoordination für Neuzugewanderte" wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Entstandene Produkte aus der Projektlaufzeit finden Sie hier.

Stand: Februar 2020

 
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